Digitalmedien  

Seminar Dr. Dieter Klumpp, SoWi Universität Stuttgart, Sommersemester 2016

Übersicht, Termine, Literatur

Die Transformation von Druckmedien zu Digitalmedien verändern Medienöffentlichkeit und Gesellschaft, sie beschleunigt den Strukturwandel der Öffentlichkeit. Vor dem medienrechtlichen und verfassungsrechtlichen Hintergrund konvergieren Medienpolitik, Breitbandtechnologiepolitik und Ökonomiepolitik zu einer komplexen Netzpolitik. Die Veränderungen bei den Medienrezipienten (Leser, Hörer, Zuschauer, Prosumer) können statistisch nachvollzogen werden. Medienkonvergenz wächst auch in Arbeit, Bildung, Kultur: vom Hörbuch zum Sehbuch, vom Cellphone zum universellen Smartphone, vom Movie zum Feelie.Die Digitalmedien wie die Druckmedien suchen weltweit neue Geschäftsmodelle via Werbung, Kauf, Gebühr, Mäzenat und Crowdsourcing. Auch für Demokratie und Partizipation entwickelt sich eine widersprüchliche Netzöffentlichkeit in der ‚Digitalrepublik‘. Die weltweiten Entwicklungen zeigen auf, dass für die Zukunft der Digitalmedien eine Sicherung des funktionalen Qualitätsjournalismus im demokratischen Kontext zur zentralen Frage werden kann.

Der jahrzehntelange Strukturwandel der Massenmedien führte unter anderem zu einem stetigen Rückgang der (teuren) Menschenarbeit für Redaktionen. Einer der relevanten Gründe ist die Änderung des Konsumentenverhaltens. Selbstverstärkende Konsequenz ist auch durch das Angebot der Digitalmedien die Zunahme der Informations-Selbstbedienung bzw. der Informationsverzicht. Infolge des für die Konsumenten gesunkenen gesellschaftlichen Werts kommen Existenzprobleme der Spendenpresse in den Vordergrund, es ist kein nachhaltiges neues Geschäftsmodell im Blickfeld. Die Leitfrage ist, wie wir eine noch funktionale Netzöffentlichkeit erhalten können. Denkbare Finanzierungsmodelle für die Erhaltung unabhängiger Digitalmedien sind im Spannungsfeld heutiger Haushaltsabgaben noch nicht erarbeitet.

1          Einführung  (FR 15. April)

1.1       Ref. : Von Druckmedien zu Digitalmedien: Reduktion und/oder Substitution?

1.2       Seminardiskussion: Entwicklung, Begriffe, Nutzer

1.3       Themenaufteilung. Literatur, Quellenlage, Recherche

2          Medienöffentlichkeit und Gesellschaft (29. April)

2.1      Referent Ulrich Winchenbach: Digitalmedien: Öffentlichkeit, Information, Kreativität 

2.2       Strukturwandel der Öffentlichkeit, Medienrecht, Verfassungsrecht, Medienethik

2.3       Medienpolitik; Breitbandtechnologiepolitik; Netzneutralität

3          Medienrezipienten (13. Mai)

3.1       Langzeitstatistik Rezipienten Leser, Hörer, Zuschauer

3.2       Leitbild und Realität von ‚Interaktiven‘ Zuschauern/Lesern

3.3       Klickzahlen, Followers und geo-profilierte Nutzer

4          Digitalmedien Online und Download (27. Mai)

4.1       Referent Welf Schröter: Digitalmedien für Arbeit, Bildung und Kultur

4.2       Nachrichten (Hard- und Softnews)

4.3       Unterhaltung, ‚smarte‘ Alltagshilfen, Youtube

4.4       Netzkommunikation für NGO, Non-Profit Journalismus, Prosumer

5.         Medienkonvergenz und Ökonomie  (10. Juni)

5.1       Zeitungskrisen und Rundfunkreformen, Medienkonzentration, Online-Medien

5.2       Digitalmedien und Geschäftsmodelle: Werbung, Kauf, Gebühr, Spende, Crowd

5.3       Internet-Radio als ‚Bürgermedium‘, Presseportale, News-Ticker

6.         Digitalmedien – Demokratie und Partizipation  (24. Juni)

6.1       Online-Wahlen, Abstimmungen, Liquid Democracy

6.2       Netzpolitik, Netzneutralität, Zuschauerschutz

6.3       Digitalmedienzensur und Pressefreiheit international

7          Netzöffentlichkeit in der ‚Digitalrepublik‘  (8. Juli)

7.1       Status und Funktionen des Qualitätsjournalismus im demokratischen Kontext

7.2       Informationsjournalismus, Social Media, Internationale Rollen

7.3       Zukunft der Digitalmedien, Sicherung des Qualitätsjournalismus

 

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 pdf Quellenauswahl Digitalmedien

 

pdf PDF Datenflut Informationskanäle Innsbruck 2014